Gewalt als Thema im Kinder und Jugendschutz

Im pädagogischen Bereich besteht Einigkeit darüber, Gewalt als „schädigende, verletzende oder zerstörerische Handlung gegenüber einer anderen Person “ zu definieren. Hinzu kommt, dass diese Handlungen „mit Absicht“ geschehen oder von Betroffenen als „absichtlich wahrgenommen“ werden.

Gewalttätiges bzw. destruktiv-aggressives Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist für Eltern, Lehrkräfte und Pädagog/-innen eines der zentralen heutigen Probleme im Kinder- und Jugendschutz. Das liegt nicht unbedingt daran, dass der Umgang unter Kindern und Jugendlichen gewalttätiger geworden ist. Eher ist die Sensibilität gegenüber „Gewalt“ gewachsen.

Vor noch nicht einmal einem halben Jahrhundert galt es als normal, Kinder und Jugendliche zu „züchtigen“. Erst seit Anfang dieses Jahrhunderts ist ein gesellschaftlicher Konsens durchgesetzt worden, dass Ohrfeigen, Prügel und seelische Bestrafungen Gewalt sind und auch in der Erziehung abzulehnen sind (§ 1631 BGB Abs. 2,„Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“) Dennoch leiden noch etliche unter diesen Gewalttraditionen und viele tragen sie dadurch auch weiter.

Der heutige pädagogische Anspruch in Schule, Jugendarbeit und Familie ist es, Konflikte und Auseinandersetzungen möglichst „gewaltfrei“ zu lösen. Körperlich-gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Kindern und Jugendlichen, meistens zwischen Gruppen und Cliquen, werden schon länger als Problemfeld gesehen. Die Gruppengewalt gegen Einzelne, motiviert bzw. „gerechtfertigt“ durch Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremistische Einstellungen, ist seit den 90er Jahren Thema im Jugendschutz.
Ein lange Zeit vernachlässigter Bereich ist Mobbing/Cybermobbing. Das relativ neue Phänomen des Cybermobbings macht deutlich, wie zerstörerisch und eskalierend auch indirekte Gewaltformen ablaufen, die durch den Verbreitungsgrad der sozialen Netzwerke im Internet eine Eigendynamik annehmen können.

Ziel von Gewaltprävention im Kinder und Jugendschutz ist die Förderung von konstruktiven Konfliktlösungskompetenzen, Selbstwahrnehmung, Eigenverantwortlichkeit und Empathie.

Bildungsreferentin: Kathrin Gomolzig

Veranstaltungen – Gewaltprävention

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Anti-Mobbing-Tag

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