Rechtsextremismus & Familie/ Pädagogischer Umgang mit neuen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und mit Rassismus

Rechtsextremismus ist kein Jugendproblem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Angelegenheit. Allerdings werden gerade Jugendliche durch die neuen Formen des Rechtsextremismus gezielt angesprochen und umworben.
Auf der anderen Seite wird durch die Demonstrationen von Pegida deutlich, was wissenschaftliche Studien schon seit Jahren konstatieren: Eine weite Verbreitung von Alltagsrassismus, Nationalismus und Ressentiments gegenüber dem Fremden in der ‚Mitte‘ der Gesellschaft.

Im ersten Teil der Fortbildung wollen wir Informationen zu rechtsextremen Symbolen, Kleidung und Musik vermitteln. Es soll um die Frage gehen, woran Sie merken, dass ein/e Jugendliche/r zu rechtsextremen Orientierungen neigt und wie weit die Szene-Einbindung das Diskussionsverhalten beeinflusst.
Gleichzeitig soll es um die alltäglichen Formen des Rassismus in Medien und Gesellschaft gehen.

Im zweiten Teil sollen anhand praktischer Beispiele Möglichkeiten für pädagogisches Handeln gegen Rechtsextremismus und Rassismus und für Demokratie aufgezeigt und diskutiert werden. Mit verschiedenen Methoden sollen Mitarbeiter_innen in pädagogischen und sozialen Berufen bei der Suche nach mehr Sicherheit in der Auseinandersetzung mit rechtsextremen und rassistischen Positionen unterstützt werden.

Das Angebot richtet sich an:
Lehrer_innen
Pädagog_innen
Fachkräfte in der sozialen Arbeit

Rechtsextremismus & Familie/ Im Blickpunkt: Rechtsaffine Eltern und pädagogische Fachkräfte

Immer häufiger berichten Fachkräfte aus Kitas und Grundschulen über Erfahrungen mit rechtsextrem orientierten Eltern und auch sozialpädagogischen Fachkräften.
Diese fallen z.B. durch einschlägige Symbolik oder rassistische Äußerungen auf. Fachkräfte beobachten, dass Kinder und auch Jugendliche die Vorurteile übernehmen.

Pädagoginnen und Pädagogen fragen sich:
Woran lässt sich eine rechtsextreme Einstellung von Eltern oder Mitarbeiter_innen erkennen?
In welchen Situationen wird dies für die Erziehungs- und Bildungseinrichtungen zum Problem?
Wie verhalten sich die Kinder aus rechtsaffinen Familien und was bedeutet dies für demokratische pädagogische Fachkräfte?

Das Angebot richtet sich an:
Eltern ,Erziehungsberechtigte, Elternbeiräte von Kitas und Schulen
Familienangehörige, Geschwister und Partner_innen
Lehrer _innen
Pädagog_innen
Andere Bezugspersonen, wie Freund_innen, Arbeitskolleg_innen

Frauen & Rechtsextremismus

Der moderne Rechtsextremismus ist ohne Frauen nicht denkbar.
Mittlerweile ist fast ein Drittel der NPD-Mitglieder weiblich, mindestens 10 Prozent der rechtsextremistischen Gewalttaten werden von Frauen verübt. Frauen melden Demonstrationen an, mieten Räume für Konzerte oder betreiben rechtsextreme Internetforen und Websites.
Mehr noch: Sie ergreifen mittlerweile bewusst Berufe, in denen sie die Ideologie weiter in die Gesellschaft tragen können – werden Erzieherin, Lehrerin, Therapeutin oder Juristin.

Sind Frauen der strategische Zugang des Rechtsextremismus in die Mitte der Gesellschaft oder ebnen bestimmte Einstellungsmuster in der Mitte der Gesellschaft erst den Weg in den Rechtsextremismus?
Was macht die hohe Anziehungskraft einfach strukturierter Rollenmodelle aus? Welche weiblichen Vorbilder?

Das Angebot richtet sich an:

  • Eltern, Elternbeiräte von Kitas und Schulen, Erziehungsberechtigte
  • Familienangehörige, Geschwister und Partner_innen
  • Lehrerinnen und Lehrer
  • Pädagoginnen und Pädagogen
  • Andere Bezugspersonen, wie Freund_innen, Arbeitskolleg_innen

Rechtsextremismus & Familie/ Im Blickpunkt: Rechtsaffine Jugendliche

Die Annäherung Jugendlicher an die rechtsextreme Szene macht einerseits Eltern, Geschwister, Angehörige, Partner_innen und andererseits Fachkräfte im pädagogischen Bereich oft ratlos. Sie suchen nach Informationen, um das Verhalten des eigenen Kindes oder des/r Jugendlichen besser einschätzen zu können, und nach Unterstützung im pädagogischen Umgang mit ihren rechtsextrem orientierten Kindern und Jugendlichen, um präventiv wirksam sein zu können.

Eltern, Geschwister, Partner_innen fragen sich:

  • Sind das rechtsextreme Symbole?
  • Wer sind diese neuen „Freunde“?
  • Ist diese Musik verboten?
  • Warum schließt sich unsere Tochter dieser Clique an?
  • Ist mein Kind ein Neonazi?
  • Was haben wir falsch gemacht?
  • Was kann ich tun, damit mein Sohn sich aus der Szene löst?
  • Wo finde ich Rat und Hilfe?

Pädagog_innen fragen sich:

  • Hat dieser Jugendliche ein rechtsextremes Weltbild?
  • Versucht diese Schülerin, für eine rechtsextreme Partei zu werben?
  • Soll ich Kontakt zu den Eltern aufnehmen?
  • Wie reagieren wir auf die Verteilung von Propagandamaterial vor unserer Einrichtung?
  • Ist es sinnvoll, Verbote auszusprechen?
  • Wer kann mich im Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen beraten?

Das Angebot richtet sich an:

  • Eltern ,Erziehungsberechtigte, Elternbeiräte von Kitas und Schulen
  • Familienangehörige, Geschwister und Partner_innen
  • Lehrer _innen
  • Pädagog_innen
  • Andere Bezugspersonen, wie Freund_innen, Arbeitskolleg_innen

Alltagsrassismus

Wenn heute über Rassismus gesprochen wird, geht es selten um die Mitte der Gesellschaft, sondern meistens um Rechtsextremismus. Rassismus gilt nicht als Alltagsphänomen und Normalität in der Demokratie, sondern wird vorwiegend als Problem anderer verstanden und abgetan.
Im Seminar soll für verschiedene Formen von Diskriminierung und insbesondere für Alltagsrassismus sensibilisiert werden. Welche Vorurteile und Rassismen sind weit verbreitet, welche Vorurteile habe ich selber? Darüber hinaus soll das Verhältnis zwischen individuell verantwortetem und strukturellem Rassismus thematisiert werden. Welche Verantwortung kommt mir als pädagogischer Fachkraft zu? Wie können Strukturen und Institutionen in der Bearbeitung von Rassismus mitgedacht werden?
Gemeinsam werden erste Schritte und Handlungsmöglichkeiten erörtert. Dabei wird in dem Seminar mit verschiedenen Medien und Methoden, Rollenspielen und Videos gearbeitet.

Das Angebot richtet sich an:

  • Lehrer_innen
  • Pädagog_innen
  • Fachkräfte in der sozialen Arbeit

Argumentieren gegen rechte Sprüche, Rassismen und Stammtischparolen

„Das sind doch alles nur… Die wollen doch alle nur… Ich bin ja kein Nazi, aber….Ich habe ja nichts gegen…, aber…!“

Alltäglich sind wir mit rassistischen Äußerungen konfrontiert, die jedoch nicht als Alltagsphänomen und Normalität in der ‚Mitte‘ der Gesellschaft, sondern vorwiegend als Problem anderer verstanden und abgetan werden. Im Kontext des Anstiegs von Flucht und Migration hat eine Enthemmung in der Äußerung menschverachtender Ansichten zugenommen und sie sind zunehmend salonfähig geworden: an der Supermarktkasse, bei Facebook, im nachbarschaftlichen Gespräch, auf dem Familienfest. Sie ersticken jede Diskussion im Keim und wir sind aufgerufen uns einzumischen, um für ein solidarisches Miteinander einzutreten.

Doch wie können wir konstruktiv mit diesen Äußerungen umgehen? Warum fallen uns mögliche Reaktionen oft erst hinterher ein? Und welche Haltung haben wir eigentlich selbst?

Der Workshop stellt die gemeinsame Erarbeitung und Übung von Kommunikationsstrategien und den Austausch zu eigenen Standpunkten und Herangehensweisen in den Mittelpunkt. Dieser praktische Teil wird ergänzt durch kurze theoretische Exkurse und Faktenwissen aus der Praxis.

Das Angebot richtet sich an:

  • Lehrer_innen
  • Pädagog_innen
  • Arbeitskolleg_innen
  • Engagierte Jugendliche und Ehrenamtliche