MODUL 1: Pädagogischer Umgang mit neuen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus

Rechtsextremismus ist kein Jugendproblem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Angelegenheit. Allerdings werden gerade Jugendliche durch die neuen Formen des Rechtsextremismus gezielt angesprochen und umworben. Demonstrationen von Pegida machen deutlich, was wissenschaftliche Studien schon seit Jahren konstatieren: Eine weite Verbreitung von Alltagsrassismus, Nationalismus und Ressentiments gegenüber dem Fremden in der „Mitte“ der Gesellschaft.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Hilfestellung bei Erkennen und Einordnung Jugendlicher mit rechtsextremen Einstellungen anhand von Kleidung, Symbolen oder (Diskussions-)Verhalten
  • Eine aktive Auseinandersetzung mit alltäglichem Rassismus in Medien und Gesellschaft
  • Methodische Ansätze zur Entwicklung und Diskussion pädagogischer Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus und Rassismus und für Demokratie

MODUL 2: Alltagsrassismus erkennen und begegnen

Wenn heute über Rassismus gesprochen wird, geht es selten um die Mitte der Gesellschaft, sondern meistens um Rechtsextremismus. Rassismus gilt nicht als Alltagsphänomen und Normalität in der Demokratie, sondern wird vorwiegend als Problem anderer verstanden und abgetan. Im Rahmen pädagogischer Praxis ergibt sich dabei oft das Problem, dass rassistische Vorurteile und Ausgrenzungsmechanismen nicht ausreichend verhindert oder sogar reproduziert werden.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Eine Sensibilisierung für verschiedene Formen der Diskriminierung und dabei besonders für Alltagsrassismus
  • Eine aktive und selbstkritische Auseinandersetzung mit verbreiteten Vorurteilen und Rassismen, d.h. die Reflexion der eigenen pädagogischen Verantwortung
  • Eine methodische angeleitete Entwicklung von Handlungsstrategien gegen Rassismus und rassistische Einstellungen

MODUL 3: Gendersensible Prävention von Rechtsextremismus

Facetten rechtsextremer Lebenswelten und Ideologien der Ungleichwertigkeit sind sowohl für männliche als auch für weibliche Jugendliche anziehend. Rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen sind bei beiden Geschlechtern gleichermaßen anzutreffen. Eine Orientierung in die rechtsextreme Szene ist häufig geschlechtsspezifisch motiviert. span>

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Die Möglichkeit, ihr Praxisfeld als Ort für eine wirksame Prävention von Rechtsextremismus zu begreifen
  • Ansatzpunkte, um Geschlechterrollen im Rechtsextremismus und deren Anziehungskraft für Jugendliche zu begreifen
  • Eine fachlich moderierte Diskussion und Entwicklung von gendersensiblen Präventionsmaßnahmen

MODUL 4: Frauen im modernen Rechtsextremismus

Der moderne Rechtsextremismus ist ohne Frauen nicht denkbar. Mindestens 10 Prozent der rechtsextremistischen Gewalttaten werden von Frauen verübt. Rechtsextreme Frauen ergreifen mittlerweile bewusst Berufe, in denen sie die Ideologie weiter in die Gesellschaft tragen können – als Erzieherin, Lehrerin, Therapeutin oder Juristin.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Ein Verstehen der besonderen Relevanz von Frauen im Rechtsextremismus
  • Wissen über die Anziehungskraft weiblicher (Rollen-)Vorbilder im modernen Rechtsextremismus
  • Eine angeleitete Reflexion zum Umgang mit rechtextremen und rechtsaffinen Mädchen und Frauen

MODUL 5: Rechtsextremismus im Netz

Rechtsextreme nutzen das Internet, um rassistische Hetze und neonazistische Propaganda zu verbreiten. Für Neonazis gilt das Internet als eine perfekte “Propagandawaffe” – wie sie es selbst gerne nennen. Darüber hinaus werden Soziale Netzwerke genutzt: um die Ideologie der Ungleichwertigkeit als Normalität in Diskussionen einfließen zu lassen.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Das Erkennen von und das Verständnis für den strategischen Einsatz des Webs durch Rechtsextreme
  • Die Erfahrung von Umgangsformen mit Jugendlichen, die in rechten Gruppierung im Web 2.0 aktiv sind
  • Einen Raum zur Entwicklung von Präventivmaßnahmen in den Kontexten Schule und Jugendarbeit

MODUL 6: Im Blickpunkt: Rechtsaffine Eltern im Kontext Schule

Immer häufiger berichten Fachkräfte aus Kitas und Grundschulen über Erfahrungen mit rechtsextrem orientierten Eltern und auch Kindern aus rechtsaffinen Elternhäusern.
Die Eltern fallen z.B. durch einschlägige Symbolik oder rassistische Äußerungen auf. Fachkräfte beobachten, dass Kinder und auch Jugendliche die Vorurteile übernehmen.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Ansätze, um rechtsextreme Einstellungen von Eltern auf der Grundlage von Äußerungen oder dem Verhalten der Kinder zu erkennen
  • Eine Problemsensibilisierung auf der Grundlage intensiver Fallarbeit mit Beispielen aus der pädagogischen Praxis
  • Eine moderierte Reflexion zur Entwicklung von Handlungsstrategien zum Umgang mit rechtsextremen Eltern und deren Kindern

MODUL 7: Argumentieren gegen rechte Sprüche, Rassismen und Stammtischparolen

Wenn „Das sind doch alles nur… Die wollen doch alle nur… Ich bin ja kein Nazi, aber….Ich habe ja nichts gegen…, aber…!“
Alltäglich sind wir mit rassistischen Äußerungen konfrontiert, die jedoch nicht als Alltagsphänomen und Normalität in der ‚Mitte‘ der Gesellschaft, sondern vorwiegend als Problem anderer verstanden und abgetan werden. Im Kontext des Anstiegs von Flucht und Migration hat eine Enthemmung in der Äußerung menschverachtender Ansichten zugenommen und sie sind zunehmend salonfähig geworden.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Ein Verständnis der grundlegenden Funktionsweise rechter Stammtischparolen
  • Ansätze zur Reflexion der eigenen Haltung mit Blick auf diskriminierende Äußerungen
  • Eine praktische Einübung von Argumenten und Verhaltensweisen gegen rechte Stammtischparolen

MODUL 8: Rechtspopulismus in Deutschland und Europa

Rechtspopulismus ist nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa auf dem Vormarsch. In immer mehr Ländern formieren sich rechtspopulistische Parteien und sind bei Wahlen mit Kampagnen gegen Zuwanderung, ‚Genderwahn‘ oder den ‚allgemeinen Werteverfall‘ in der Gesellschaft erfolgreich. In individuellen Lebenswelten werden rechtspopulistische Positionen zunehmend vertreten und akzeptiert.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Ein grundlegendes theoretisches Verständnis des Phänomens ‚Rechtspopulismus‘ und dessen Argumentationsweise
  • Eine Übersicht über populistische Kommunikationsstrategien, deren Themen und Parteien in Europa
  • Übungen, anhand derer eine kritisch-distanzierende Haltung zu Rechtspopulismus entwickelt werden kann

MODUL 9: Antisemitismus und Verschwörungstheorien heute

Von Januar bis März 2017 wurden bundesweit 179 antisemitische Straf-taten erfasst, darunter fünf Gewalttaten und 30 Propagandadelikte. Der wachsende Antisemitismus in Europa, gefährdet nicht nur Juden, sondern stellt einen Angriff auf unsere demokratischen Werte dar. Antisemitismus zeigt sich in verschiedenen Formen, er ist wandelbar und manchmal nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweisen und der Anziehungskraft von Antisemitismus und Verschwörungstheorien
  • Ansatzpunkte, um das Thema im pädagogischen Kontext einzubringen und junge Menschen zu sensibilisieren
  • Die Erarbeitung von praxisbezogenen Strategien der Primärprävention im Bereich der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit

MODUL 10: Tradition, Heimat, Nationalismus und Rassismus – Die Neue Rechte

Gruppierungen, wie z.B. die Identitären, reorganisieren als „Neue Rechte” extrem rechte Positionen in neuer Sprache und greifen so strategisch in der Gesellschaft vorhandene Ressentiments auf. Begriffe des (völkischen) Nationalismus wie „Rasse“ werden vermieden und im Konzept des Ethnopluralismus durch eine vermeintliche natürliche Differenz zwischen Ethnien beziehungsweise Nationen ersetzt. Gegen eine „multikulturelle“ Gesellschaft müssen, dieser Ansicht nach, die Differenzen zwischen den Kulturen bewahrt werden.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

  • Eine Übersicht über neuer Entwicklungen des Rechtsextremismus
  • Ein grundlegendes Verständnis der programmatischen und rhetorischen Strategien der Neuen Rechten und ihrer Einflussnahme auf bestimmte Bevölkerungsgruppen
  • Die Möglichkeit, Strategien der Befähigung zu einem pädagogischen Umgang mit neuen Entwicklungen des Rechtsextremismus zu erarbeiten