‚Die Neue Rechte‘ – Herausforderungen und Handlungsmöglichkei¬ten im Kontext Schule

Datum: 27.10.2018
Zeit: 9:30 - 15:30

Veranstaltungsort:
Christian-Albrecht-Universität zu Kiel

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Die sogenannte ‚Neue Rechte‘ gewinnt derzeit massiv  an gesellschaftlicher Bedeutung. Durch Publi­kationen, die Initiierung sozialer Bewegungen, starkes Engagement neurechter Influencer in den sozialen Medien oder Einflussnahme auf rechtspopulistische Parteien wie die AfD wird versucht, ‚Metapolitik‘ zu betreiben und die Deutungshoheit in der politischen Debatte zu gewinnen. Dabei werden in neuem sprachlichem Gewand eindeutig rechtsextreme Inhalte und Weltbilder kommuniziert. In Form der Identitären Bewegung,  Magazinen wie ‚Arcadi‘, des auf Discord organisierten Gruppe ‚Reconqu­ista Germanica‘ oder einschlägige Youtube-Channels werden gezielt Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen. Es wird versucht, einen eigenen Lifestyle und eine eigene Ästhetik zu prägen, die eindeutige ideologische Bezüge aufweisen. Die Folgen dieser Einflussnahme zeigen sich schon jetzt im Kontext Schule und die Frage ist dann, wie wir gemeinsam Lehrerinnen  und Lehrer ermächtigen können, diesen besonderen Herausforderungen gerechter zu werden.

 

Workshop 1: Die Quadratur des Kreises – Neurechte Gruppierungen als Adressat_innen für die So­ziale Arbeit und die politische Bildungsarbeit (Fabian Kaufmann, Projekt ‚dekonstrukt‘)

Neurechte Gruppierungen – wie etwa die “Identitäre Bewegung” – setzen auf jugendkulturelle Er­scheinungs- und Mobilisierungsformen. Inhaltlich sind sie eindeutig extrem rechts, verschleiern aber bewusst ihre Ungleichwertigkeitsvorstellungen durch vermeintlich modernes Auftreten und den ge­schickten Einsatz von Multimedia. Wie oder ob es überhaupt möglich sein kann, mit Menschen päda­gogisch zu arbeiten, die selber gar kein Interesse an einer Veränderung ihrer Person haben bzw. sich nicht durch bisherige pädagogische Angebote angesprochen fühlen, soll diskutiert werden.

Welche Zugänge sind denkbar? Wie können Menschen erreicht werden, die nicht in das klassische Bild des desintegrierten und gewaltsuchenden Neonazis passen, sondern sich selber als “Elite” und “Speerspitze” einer rechten Bewegung sehen?”

 

Workshop 2: Antisemitismus und Verschwörungstheorien heute (Antja Groeneveld/ Tim Gijsemans, RBT Kiel)

Bundesweit wurden nach dem Bericht zur politisch motivierten Kriminalität des Bundesministeriums des Inneren 1504 antisemitische Straftaten erfasst, wovon 1412 dem Bereich ‚rechts‘ zugeordnet werden. Der wachsende Antisemitismus in Europa gefährdet nicht nur Juden, sondern stellt einen Angriff auf unsere demokratischen Werte dar. Antisemitismus zeigt sich in verschiedenen Formen – so auch im Zusammenhang der Neuen Rechten. Er ist wandelbar und manchmal nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Dieses Seminar bietet Ihnen:

– Ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweisen und der Anziehungskraft von Antisemitismus und Verschwörungstheorien

– Ansatzpunkte, um das Thema im pädagogischen Kontext einzubringen und junge Menschen zu sensibilisieren

– Die Erarbeitung von praxisbezogenen Strategien der Primärprävention im Bereich der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit

 

Workshop 3: Das identitäre Netzwerk (Andreas Speit)

t.b.a.

 

Workshop 4: Von Frühsexualisierung und Genderwahn – Rechte Angriffe auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (Anna Langsch, Haki e.V., Daniel Lembke-Peters, Geschäftsstelle Echte Vielfalt)

Homo-, bi- und transphobe Haltungen werden wieder salonfähiger – nicht zuletzt, da sie mit dem Einziehen der AfD nun auch in vielen Parlamenten zum Ausdruck gebracht werden. Dabei werden beispielsweise unter dem Deckmantel des „Kindeswohls“ oder des „Schutzes der klassischen Familie“ Angriffe auf Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit gefahren oder der Versuch unternommen, (Menschen-)Rechte vorzuenthalten.

Am Beispiel des Vereins „Echte Toleranz“, der „Demo für alle“ und der „AfD“  wollen wir zeigen, welcher Kommunikations- und Handlungsstrategien sich rechte Bewegungen auch in Schleswig-Holstein bedienen, um unter anderem die LSBTIQ* Emanzipationsarbeit der HAKI und anderer Akteur*innen zu schädigen.


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