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Anlässlich der Veröffentlichung der Bestandsaufnahme der unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ sieht die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e. V. (AKJS SH) dringenden Handlungsbedarf für eine strukturelle Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes im Land.
Die Analyse der Expertenkommission verdeutlicht, dass Kinder und Jugendliche im digitalen Raum vielfältigen und komplexen Risiken ausgesetzt sind – von Cybermobbing über sexualisierte Grenzverletzungen bis hin zu manipulativen Plattformstrukturen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Prävention und Medienbildung bislang nicht flächendeckend und verbindlich verankert sind.
„Die Ergebnisse bestätigen, dass wir es mit komplexen digitalen Lebenswelten zu tun haben, auf die einfache Antworten nicht ausreichen“, erklärt Benjamin Holm, Geschäftsführer der AKJS SH. „Es braucht einen Ansatz, der Schutz, Befähigung und Teilhabe konsequent zusammendenkt und strukturell absichert.“
Ganztag als zentraler Handlungsort
Mit dem Ausbau der Ganztagsangebote entsteht in Schleswig-Holstein ein entscheidender Raum für die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendschutzes. Schulen im Ganztag sind nicht nur Bildungsorte, sondern auch zentrale Lebensorte für Kinder und Jugendliche.
Aus Sicht der AKJS SH müssen Fragen des Jugendmedienschutzes und der Medienbildung verbindlicher Bestandteil dieser Strukturen werden – fachlich fundiert, systematisch integriert und landesweit koordiniert.
Qualität und Orientierung sichern
Im Bereich Medienbildung und Prävention ist eine Vielzahl unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure tätig. Diese Vielfalt bietet Chancen, stellt Träger und Schulen jedoch auch vor Herausforderungen bei der Auswahl geeigneter Angebote.
Die AKJS SH spricht sich daher für:
- eine landesweite fachliche Koordinierung im Bereich Jugendmedienschutz und Medienbildung
- verbindliche Qualitätsstandards und Orientierungshilfen für externe Angebote
- perspektivisch auch Verfahren zur Qualitätssicherung und Zertifizierung
aus.
Fachkräfte stärken
Zentrale Voraussetzung für wirksamen Kinder- und Jugendschutz ist die Qualifizierung der Fachkräfte in Schule und Ganztag.
„Kinder und Jugendliche bewegen sich selbstverständlich in digitalen Räumen. Umso wichtiger ist es, dass die Erwachsenen, die sie begleiten, sicher und kompetent mit diesen Themen umgehen können“, so Holm.
Notwendig sind aus Sicht der AKJS SH:
- verbindliche Qualifizierungsangebote
- kontinuierliche Fortbildungsstrukturen
- sowie Unterstützung im pädagogischen Alltag
Jetzt strukturell handeln
Die AKJS SH betont, dass der Ausbau des Ganztags eine wichtige Chance bietet, Kinder- und Jugendschutz nachhaltig zu stärken.
„Kinder und Jugendliche brauchen Schutz – aber ebenso Befähigung und sichere Teilhabe. Der Ganztag bietet die Möglichkeit, beides zusammenzuführen und dauerhaft zu verankern. Diese Chance sollte jetzt genutzt werden“, so Holm abschließend