Anti-Mobbing-Tag

KI-generiertes Symbolbild

Gemeinsam ein Zeichen gegen Mobbing setzen

Was ist Mobbing?

Mobbing (engl. to mob: anpöbeln) bedeutet „jemanden fertig machen“ mit dem Ziel, ihn:sie aus der Gruppe auszugrenzen. Mobbing entsteht da, wo Menschen miteinander zu tun haben (müssen) und sich nicht so einfach entziehen können. Das kann die Arbeitsstelle ebenso sein wie die Schule.

Mobbing unter Schüler:innen fängt an, wenn jemand versucht, eine:einen Mitschüler:in über einen längeren Zeitraum zu schikanieren. Mobbing ist ein Gruppenproblem. Dadurch, dass weitere Mitschüler:innen bei den Schikanen mitmachen, darüber lachen oder auch wegschauen, wird die Situation für die:den Gemobbte:n in der Klasse immer unerträglicher.

Zur Projektwebsite Anti-Mobbing-Tag SH

Schikanen bis hin zu körperlicher Gewalt, Lästern, Ignorieren, Sachen verstecken oder beschädigen, unfaire Kommentare oder Gerüchte verbreiten, fiese Postings im Internet, um jemanden bloßzustellen, Beleidigungen auf Netzwerk-Plattformen, Ausschluss aus Chatgruppen und Verbreitung von persönlichen Fotos und Videos sind Methoden von Mobbing beziehungsweise Cybermobbing.

Das Klassenzimmer, der Schulhof oder der Schulweg (Bus) sind typische Orte für Mobbing. Cybermobbing findet in Sozialen Netzwerken und Internetforen (Facebook, WhatsApp, YouTube bspw.), mittels Smartphone und PC statt. „Schulhof-Mobbing“ und Cybermobbing hängen oft miteinander zusammen.

Jeder Mensch kann zum Opfer werden. Mobbing kann zum Beispiel so beginnen: Ein:e oder zwei Schüler:innen suchen sich aus der Gruppe/Schulklasse eine Person aus, die sich aus irgendwelchen Gründen als „Opfer“ eignen könnte: neu in der Klasse, andere Kleidung/Herkunft, Einzelgänger:in, groß, klein, dick, dünn, aggressiv oder schüchtern, “Streber“ oder „Loser“…

Es kann auch einfach eine Person sein, die den Mobber:innen gerade nicht passt oder aus irgendwelchen Gründen wehrlos erscheint. Entscheidend, ob jemand dauerhaft zum „Opfer“ wird, ist das Verhalten der Gruppe. Wenn die schikanierte Person von anderen frühzeitig Hilfe und Unterstützung erfährt, kann Mobbing verhindert werden. Erhält sie keine Hilfe, wird das Mobben in der Regel immer schlimmer und verfestigt sich.

Beim Mobbing gibt es unterschiedliche Rollen. Die Mobber:innen suchen über das Mobben Macht, Anerkennung und Bestätigung in der Gruppe. Die Mit-Mobber:innen haben zudem manchmal Angst, selbst zum Opfer zu werden, wenn sie nicht mitmachen.

Manche finden es einfach lustig, wenn über jemanden hergezogen wird oder sehen es als Abwechslung im Schulalltag an. Auch diejenigen, die „nur zuschauen“, beteiligen sich, wenn sie das Mobben schweigend dulden. Viele wissen auch nicht, wie sie dem oder der Betroffenen helfen können, obwohl sie es gerne tun würden.

Mobbing verursacht bei den Opfern körperliche und psychische Schäden wie z. B. Magenschmerzen, Schlaflosigkeit, Angstgefühle und Niedergeschlagenheit. Menschen brauchen nach Mobbingerfahrungen soziale, seelische und manchmal auch therapeutische Unterstützung.

Mobbende Kinder und Jugendliche, die nicht gestoppt werden, erfahren, dass Mobben eine „erfolgreiche“ Methode ist, um jemanden auszugrenzen oder sich Anerkennung zu verschaffen und behalten dieses Verhaltensmuster auch später bei.

In Gruppen und Klassen, in denen Mobbing toleriert wird, herrscht ein Klima von Angst und Hilflosigkeit, das alle beim Lernen und Wohlfühlen beeinträchtigt.

Mobbing kann in jeder Schule vorkommen. Eine Klassengemeinschaft mit Fairness-Regeln sowie Raum und Zeit für Konfliktklärungen ist eine gute Grundlage, um Mobbing frühzeitig zu verhindern.

Mobbingversuche, die noch nicht verfestigt sind, können die Mitschüler:innen unterbinden, indem sie sich mit mehreren auf die Seite der schikanierten Person stellen und dem oder der Mobbenden deutlich machen, dass sie Mobben nicht dulden.

Oft merken Mitschüler:innen lange vor den Lehrkräften, dass jemand in der Klasse gemobbt wird. Es ist wichtig, dass sie sich dann an Erwachsene (Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter:innen, Eltern) wenden, damit Hilfe in die Wege geleitet wird.

Bei Mobbing in der Schulklasse ist es notwendig, dass die Leitung (Klassenlehrer:in oder andere Lehrkraft) das Mobben stoppt. Dafür gibt es keine Patentrezepte, sondern je nach Fall unterschiedliche Herangehensweisen.

Das kann mit Unterstützung von Schulsozialarbeit, Schulpsycholog:innen oder anderen Fachleuten und Kolleg:innen, Schulleitung, und schließlich auch mit Hilfe der Mitschüler:innen gelingen. Schulen und Lehrkräfte können sich dafür Unterstützung holen.

  • Online-Beratung
  • Erste Hilfe in der Schule
  • Beratung für Eltern betroffener Kinder und Jugendliche
  • Vermittlung von Beratung / Interventionshilfe

Am 2. Dezember ist Anti-Mobbing-Tag!

2004 rief erstmals die Bremer Aktion für Kinder (BAKI) zum Aktionstag gegen Mobbing auf. In Schleswig-Holstein haben Jugendschutz, Jugendarbeit und –hilfe sowie pädagogische Fachstellen diese Idee aufgegriffen und den 2. Dezember als Anti-Mobbing-Tag in Schleswig-Holstein etabliert. Mehr zur Chronologie hier …

Seit dem Jahr 2011 machen sich immer mehr Klassen oder Jugendgruppen in Schleswig-Holstein am 2. Dezember dafür stark, Mobbing den Kampf anzusagen. Begleitet von vielen Aktionen ist der Anti-Mobbing-Tag mittlerweile ein buntes Fest des respektvollen Miteinanders geworden, das jedes Jahr ein Stückchen größer wird.

Wer ist das Anti-Mobbing-Tag-Bündnis S-H?

Im Bündnis sind die Jugendschutzbeauftragten der Kreise und Städte (Kiel, Flensburg, Neumünster, Nordfriesland, Pinneberg, Plön, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Stormarn), das IQSH, das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren und die Aktion Kinder- und Jugendschutz SH e.V. (Koordination) vertreten. Schirmherr ist der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.

Unser Anliegen

Mobbing unter Kindern und Jugendlichen ist weit verbreitet. Mobbende verletzen und schädigen Einzelne aus der Schulklasse oder Gruppe –  seelisch und körperlich. Die Klasse oder Gruppe macht mit, schaut weg oder duldet es – aus Angst, Gleichgültigkeit oder Hilflosigkeit. Es ist eine Form von Gewalt gegen Wehrlose mit schweren seelischen und körperlichen Folgen für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Es schafft ein Klima der Angst und hindert am Lernen. Mobbing hört nicht von alleine auf.

Unser Ziel ist es, gegen Mobbing unter Kindern und Jugendlichen zu aktivieren – möglichst bevor es beginnt. Um Mobbing zu stoppen, sind vor allem pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und auch Eltern gefragt. Im Vorwege können jedoch alle, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, etwas tun: hinsehen, nicht mitmachen und Hilfe holen, wenn jemand schikaniert wird. Vorbeugung von Mobbing geht nur, wenn alle sich daran beteiligen. Dazu ruft der Anti-Mobbing-Tag jedes Jahr mit Aktionen, Projekttagen und Ideen für Schule und Jugendarbeit auf.

Der Anti-Mobbing-Parcours für 3. bis 6. Klasse kann zurzeit an acht Standorten in Schleswig-Holstein ausgeliehen werden.

Der Parcours besteht aus vier interaktiven Stationen (Bodenplanen jeweils 150 x 200 cm und zwei Themenwürfeln (Schaumstoff 45 cm) und einer Handreichung, die Sie hier herunterladen können.

Die Aktion ist von pädagogischen Fachkräften selbständig durchführbar und als Workshop oder im Rahmen von Projektwochen für Kinder der 3. bis 6. Klassenstufe geeignet. Der Parcours kann nach Terminbuchung kostenfrei abgeholt werden.

Alle Standorte des Parcours finden Sie hier.

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Porträt von Kathrin Gomolzig – AKJS

Ihre Ansprechpartnerin

Kathrin Gomolzig

Telefon: 0431/26068-75