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Aktuelle Meldungen unterstreichen, dass Sexismus und sexualisierte Gewalt gegen Frauen auch in der Games-Branche ein Problem sind. In Kalifornien gingen Mitarbeiter:innen eines der größten Spielestudios weltweit auf die Straße, um gegen den Umgang des Konzerns mit Vorwürfen sexualisierter Gewalt zu demonstrieren. Die Meldung kommt nicht überraschend, denn schon länger spielen diese Themen eine Rolle im Kontext digitaler Spiele. Mädchen finden weniger Identifikationsfiguren in Spielen, Darstellungen von Frauen sind häufig sexualisiert und auch der berufliche Weg in die Branche ist ihnen erschwert. Wie eine Studie des game-Verbands der deutschen Spielebranche zeigt, machen Frauen nur ein Viertel der Beschäftigten aus und verdienen im Mittel 4000 Euro weniger im Jahr als männliche Kollegen. Im eSport, dem sportlichen Wettkampf in Computerspielen, sind Frauen noch stärker unterrepräsentiert und oft massiver Diskriminierung ausgesetzt.

 

„Das ist auch alarmierend für den Jugendschutz,“ macht Iris Haulsen, Vorstandsvorsitzende der AKJS, deutlich, „weil Gaming einen wichtigen Aspekt von Jugendkultur darstellt und der rasante Zuwachs an eSport-Angeboten immer mehr Kinder und Jugendliche für den elektronischen Sport begeistert.“ Weiter bekräftigt die Geschäftsführerin Ria Lissinna „um Mädchen und junge Frauen vor Diskriminierung und sexualisierter Gewalt zu schützen und entwicklungsförderliche Erlebnisräume zu schaffen, ist es wichtig, für Sexismus in Gaming-Bereichen zu sensibilisieren, insbesondere Mädchen zu ermächtigen und einen Wandel hin zu mehr Vielfalt in den Spielen, dem eSport und der Games-Branche zu befördern.“

 

Die AKJS macht seit 2020 Angebote zu einschlägigen Präventionsthemen im Bereich Games und eSport. Aktuell entwickelt die AKJS Zertifikatsworkshops für eSport-Akteure im Breitensport und der Jugendhilfe. Die verschiedenen Workshop-Module vermitteln jugendschutzrelevante Themen, unter anderem zu Sexismus, Diskriminierung und Hatespeech. 2022 sollen diese Angebote landesweit zur Verfügung stehen.